17.06.2016   19:30 Uhr VernissageHeinz TetznerSchnell gezeichnetGalerie in der Hessenmühle (Tetzner-Museum)

17.06.2016 19:30 Uhr
Vernissage
Heinz Tetzner
Schnell gezeichnet
Galerie in der Hessenmühle
(Tetzner-Museum)

Der Förderverein Tetzner-Museum e. V. lädt in diesem Jahr zu einer ganz besonderen Ausstellung ein. Zu sehen sind bisher unbekannte Zeichnungen und gezeichnete Aquarelle – alles, was Heinz Tetzner schnell von der Hand gegangen ist. Die Zeichnungen sind einfach so hingepfiffen, das Schwerste, das man sich vorstellen kann, wie bei einer Ballerina, der man beim Tanzen die Mühe und die vielen Stunden des Übens nicht ansieht.

Von ganz kleinen Karikaturen bis zu großen Formaten sind schnelle Handzeichnungen zu betrachten. Sie sind in unterschiedlichen Techniken ausgeführt: von Zeichnungen mit Feder, Tinte oder Tusche über den Einsatz des Pinsels als Zeichengerät, Kohle oder Kreide bis hin zu Kugelschreiber, Filzstift und Bleistift ist alles vorhanden. Und auch die Untergründe sind interessant: ob ein Zeitungsblatt, irgendein Merkzettel – alles hat Heinz Tetzner einfach übermalt, und das macht diese Ausstellung so lebendig und interessant.

Diese Zeichnungen halten den Augenblick fest – die Intention des Malers, spontane Einfälle und den Moment der schöpferischen Phantasie. Und beim Zeichnen geht es um das ganz persönliche Erfassen der Welt und die darauf folgende Abstraktion des Gesehenen und Erspürten von der dreidimensionalen auf eine zweidimensionale Ebene. Eine Zeichnung entsteht immer zuerst im Kopf, und ein guter Zeichner ist immer auch ein guter Seher.

Diese Gabe zu sehen ist Heinz Tetzner in die Wiege gelegt worden. Er hat schon als Kind außergewöhnlich gut gezeichnet, was ihm das Lob der Mutter, die sein besonderes Talent schätzte und förderte – und – Schläge einbrachte. Er hat die Geschichte nicht nur einmal erzählt: Sein Zeichenlehrer Tann – er ist übrigens auf einem Ölbild im Treppenhaus des Tetzner-Museums zu sehen – neidete ihm sein außergewöhnliches Talent und bestrafte ihn zuweilen, indem er den kleinen Jungen die Hände zu Fäusten ballen ließ, um dann unbarmherzig auf die Knöchel zu schlagen. Das war wahrscheinlich die erste Härte, die der Zeichner Heinz Tetzner um der Kunst willen ertragen musste. Vielleicht besuchen Sie wieder einmal das Tetzner-Museum und schauen dem schelmisch lächelnden Lehrer in die Augen.

Genießen Sie also die wunderbaren Zeichnungen Heinz Tetzners. Und genießen Sie Akkordeonmusik mit Toni Leuschner, der mit seinen schnellen Fingern immer für eine gute Stimmung sorgt.

Die Ausstellung ist bis zum 14. November zu sehen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.